Reflexion persönlicher Erwartungen an das Block-B

Heute habe ich mich einmal an die Reflexion für den Praktikumsbericht gesetzt. Zwei Seiten waren erstaulich schnell vollgetippt und tausende Fragen formuliert.

Bei einer Frage oder einem Komplex von Fragen, werde ich im Praktikum keine Antwort finden, bzw. ist es schlecht, wenn ich die Antwort erst dort finde 😉

Ich habe mir die Frage gestellt, wie viel ich von mir preisgeben kann. Logisch im Präsenzunterricht ist das einfach: Man stellt sich vor, erzählt was man studiert und was man an der Schule zu suchen hat. Aber zu Zeiten von Web 2.0, von Blogs, von Social Media ist man quasi schon nackt, wenn man seinen vollständigen Namen ausspricht. Klar, bin ich selbst schuld, warum bin ich auch privat so präsent im Netz… Ist es eine Schuldigkeit privat bei Facebook zu sein oder seinen Urlaub in einem Blog zu dokumentieren?

OK, lassen wir privat mal außen vor: Wie sieht es beispielsweise mit einem Reflexionsblog über das Block-Praktikum B aus? Ich wollte eigentlich einen Blog über die Zeit in Krems führen und dokumentieren, was mir so wiederfährt. Sicher wird es sehr viel zu erzählen geben, loswerden muss ich es ohnehin. Aber sollte ich das besser als Word-Dokument auf meinem Rechner lassen oder anonym bloggen? Aber wie sollen mir meine Kommilitonen dann Tipps und Hinweise geben und aus ihren Erfahrungen kommentieren, wenn sie nicht mich, sondern einen Avatar vor Augen haben?

Logisch, dass ich keine Namen von Schülern und Lehrern nennen darf und auch logisch, dass Zwischenmenschliches nichts in der Öffentlichkeit zu suchen hat. Aber wie sieht es aus mit eigenen Gefühlen? Dürfen die Schüler wissen, wie ich mich vor und nach meiner Stunde gefühlt habe? Dürfen sie wissen, dass ich es ziemlich cool finde,wenn richtig Action ist und alle durcheinander (zum Thema) quatschen und das es mich fertig macht, wenn keiner sich meldet? Was passiert dann? Werden sie, nach dem Lesen des Blogs mehr quatschen oder ruhiger werden? Wie ticken Schüler eigentlich??? Je mehr ich darüber schreibe, desto mehr vergeht mir das bloggen über das Blockpraktikum-B…. Wie macht Ihr das?

Mit diesem Beitrag vermische ich wahrscheinlich schon privat und „beruflich“? Wie viel „Andrea“ darf in mir als Lehrerin stecken und wie viel „Frau Lißner“?

Über Hinweise von Erfahrenen würde ich mich wirklich freuen – gern auch weiter sagen!

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Über Andrea Gumpert

https://tudfolio.wordpress.com http://tinyurl.com/maharaeportfolio http://lissiontour.wordpress.com http://vonnynachla.wordpress.com
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2 Antworten zu Reflexion persönlicher Erwartungen an das Block-B

  1. Die Frage ist nicht ohne. Wir haben während unseres HDS-Moduls ebenfalls angefangen, unser Seminar in einem Blog zu reflektieren und einiges zu hinterfragen: http://lehrlauf.wordpress.com/ Was passiert, wenn es die Studenten sehen? Dann freuen wir uns und hoffen auf konstruktives Feedback. Wir haben sie am Anfang sogar darauf hingewiesen und sind damit ganz gut gefahren (auch wenn die Studenten uns lieber intern Rückmeldungen gaben). Zudem ist es nur fair.

    Eine grundsätzliche Überlegung: Du hast einen öffentlichen Blog –> rechne damit, dass ihn die Schüler finden. Und dann solltest Du Dich nicht schämen müssen. Schüler dürfen sich wiedererkennen, sollten sich aber werder beleidigt noch vorgeführt fühlen. Sollte es an der Grenze sein: schreib es nicht. Willst Du intern mit Kollegen über Fälle diskutieren, dann mach das auch irgendwo intern, d.h. abgeschlossen (geschlossene Gruppen auf Facebook, eingeschränkte Diskussionen auf G+, Gruppen auf OPAL, Artikelposts mit PW…).

    Und wieviel Du von Dir reinstecken solltest: auch soviel, dass Du Dich nicht schämen musst. Irgendwer meinte mal, man solle nichts öffentlich posten, was nicht auch die Mama/Oma/der Partner lesen dürfte. Manchmal ist es gut, wenn Schüler/Studenten auch etwas „menschliches“ mitbekommen, aber nicht mehr, als man das auch nicht so preisgeben würde. Dazu kommt: interessiert denn jeden Deine persönliche Seite? Ich habe noch einen privaten Twitter-Account, um das „gekasper“ aus meinem „seriösen“ Stream herauszuhalten. Damit bewegt man sich oft in Grauzonen, aber es ist ein Ansatz, der für mich erst einmal funktioniert hat.

    Lesetipp inkl. Diskussion: http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/04/22/sie-arschloch/

    • Andrea Lißner schreibt:

      Liebe Anja,

      danke, auf dein Kommentar hatte ich gehofft 😉
      ich kenne deinen Blog und fände es als Studentin ziemlich cool, wenn das auch andere Dozenten machen würden (bzw. überhaupt irgendwer).
      Den Hinweis mit dem passwortgeschützten Artikel-Post finde ich trotzdem sehr hilfreich…

      Ein virtuelles Doppelleben ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend, hinzu kommt, dass ich auch private Meinungen zu „beruflichen“ (find’s komisch „beruflich“ zu schreiben, studier ja noch – also eher „nicht-privat“) Sachen mal ganz gut finde. Auch meine Kommilitonen sind ja private Freunde, deren Meinung ist mir aber auch auf der schulischen Ebene wichtig.

      Wen interessiert meine persönliche Seite… ich finde es super Dozenten zu „stalken“ und hätte das damals auch liebend gern bei meinen Lehrern getan. Wiederrum… wenn alle Lehrer sich transparent geben, hat es ja auch keinen Reiz mehr…

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