Manchmal ist weniger eben nicht mehr…

Ich möchte es mal nicht nur auf meinen etwas vollen Stapel an To Do-Listen auf meinem Schreibtisch schieben, dass ich erst jetzt – auf dem Weg ins Wochenende den Blogpost für die Sitzung am Montag schreibe. Ich denke, es ist notwendig dies mit ein wenig Abstand zu tun, denn (wer mich kurz nach dem Seminar erlebt hat, hat es mitbekommen) ich war ziemlich verärgert. Ich habe in dem Seminar meine Unterrichtsvorbereitung für die Pirnaer Köche gemacht, weil ich sonst wahrscheinlich geplatzt wäre. Hiermit die Entschuldigung an die Referenten und die Dozentin: Es ist sonst nicht meine Art im Seminar andere Dinge zu machen.

Aber nun zum Thema und ich versuche es so diplomatisch wie möglich zu formulieren und mich auf die Fachinhalte zu konzentrieren.

Es ging um das Thema: „Mit bewegten Bildern lernen“, worauf ich mich echt gefreut hatte, denn da kann man so viel erzählen: Angefangen beim Flipped Classroom und aufgehört beim aktuell zu viel diskutierten BPS-Extremismus-Clip. Einen „theoretischen“ Einstieg, vielleicht mit einem Rückblick in die Zeit der VHS und der „rollenden Fernsehschränke“ wäre cool gewesen. Oder: Warum nicht mal das Seminar mitschneiden und unserer nachfolgenden Generation zur Verfügung stellen? Wer weiß, was sich in einem Jahr so tut? Oder: wir produzieren mal schnell selbst einen kleinen Clip und werten aus, wie es wäre, wenn die Schülerinnen und Schüler das in der Schule täten. Es gibt wirklich viel, was man mit dem Thema anstellen kann….

Stattdessen ging es um Wahlwerbespots, nicht das erste Mal, dass diese Thema durchgekaut wird und ich finde es immer noch nicht spannend…. Dabei muss ich aber auch fairerweise hinzufügen, dass ich es nicht so mit der Kunstpädagogik habe, ich produziere lieber, als dass ich analysiere und ich fand es in der Schule schon sterbenslangweilig darauf zu achten, warum im Hintergrund das Wetter nun gut oder schlecht sein könnte. Ist einfach nicht mein Ding, entsprechend hat mich die Analyse des Merkelspots auch begeistert. In der Diskussion argumentierte ich dann, dass ich keinen Wahlspot einsetzen würde und stehe auch hinter meinen „steilen These“ (denn alle anderen fanden die Spots als U-Medium glaube toll), denn ich fände es niemals authentisch was zu machen, was an selbst nicht spannend findet. Und sicher ist es zur Förderung der Methodenkompetenz sinnvoll, so eine Analyse mal zu machen, aber ich würde eben die Zeit lieber nutzen, um die Schülerinnen und Schüler mal selbst was erstellen zu lassen. Nichts ist (im Sinne des Portfolio-Gedankens ;-)) schöner, als auf sein eigenes Produkt schauen zu können und zu sagen: „Da habe ich mir Mühe gegeben, das habe ich gut gemacht“ bzw. „Das sollte ich noch verbessern.“ Damit breche ich an dieser Stelle mal wieder eine Lanze für die Portfolios und die kollaborative Produktion von Lernergebnissen und die Reflexion darüber.

Es gibt sicherlich 1000 Gründe dennoch Wahlwerbespots einzusetzen: Wie argumentieren Parteien? Geht es um Wiederwahl oder Regierungswechsel? Welche „manipulierenden“ Mittel setzen die Produzenten ein? Also Fazit: Ich verstehe schon, warum man das machen kann, würde es aber selbst nicht machen.

Noch was Gutes zum Referat: die Präsentation hat dann doch noch funktioniert.

Kritik: Die Folien waren „einfach“, die Methodenblätter schlecht kopiert, es gab keine Zusammenfassung (man hätte die Stilmittel der verschiedenen Videos ja nochmal auf eine Folie bringen können oder per Videoannotation veranschaulichen, wenigstens exemplarisch – so konnte sich niemand etwas unter dem Film der anderen vorstellen).

Also ihr merkt – ich hatte schon schönere 90 min im Leben, ganz abgesehen von der persönlichen Frustration die in mir kochte…

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Über Andrea Gumpert

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3 Antworten zu Manchmal ist weniger eben nicht mehr…

  1. maxdermerker schreibt:

    Ich kann das ehrlich gesagt nachvollziehen. Ich hab meine Reflektion darüber noch nicht fertig und teile nicht beziehungsweise nicht so stark deinen Schwerpunkt auf dem produzieren, aber die thematische Enge wurde meines Erachtens auch einfach nicht gut begründet. (4x nicht in einem Satz … eieiei)
    Ich finde, dass man auch gegenüber nem Seminar sagen sollte „Ok Leute, wir haben das Thema und haben uns für DIESEN Fokus entschieden, weil …“. Das man nicht alles machen kann, ist klar. Am Ende jedoch hätte noch ein „Das hier wären weitere Gedankenanregungen, über die man sich hier und hier belesen kann.“
    Außerdem fand ich Professor Besands Hinweis mit „Das dürfen sie zwar nicht, machen sie’s aber trotzdem“ etwas grenzwertig. Nicht, weil ich im Zweifel zwangsläufig obrigkeitshörig bin, sondern weil so ne Urheberrechtsverletzung viel Geld kosten kann … wirklich VIEL. Insofern fehlte mir halt auch noch ein einfaches „Hier kann man solches Material als Lehrer auch gut herbeziehen.“

  2. davidobst schreibt:

    Lobenswert das du deine Emotionen so kontrollieren und sachlich reflektieren kannst – du hast mir mal wieder etwas voraus 🙂

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