Wahl der Virtualität…

Hallo Ihr Lieben,

Auch diesmal hat es mit dem Portfolioeintrag wieder etwas länger gedauert. (Leider drückt die Zeit momentan ein wenig).

Am vergangenen Montag ging es um das nun schon vielfach diskutierte Thema „Schulbuch“. Der Seminarplan war so konzipiert, dass wir den „modernsten“, das heißt, mit den neuesten digitalen Medien beginnen und uns dann im Laufe des Semesters zu den traditionellen vorarbeiten. So gesehen, war die letzte Seminareinheit eigentlich wieder ein Sprung an den Anfang des Semesters.  Das dominierende Thema war das Schulbuch der Zukunft, ob in Form eines Tablets oder einer anderen computerbasierten Form.

Ich möchte mich jetzt nicht in Zukunftsprognosen über Tablets oder interaktive Schulbücher verlieren – das haben wir im Seminar getan und das wird die Zeit zeigen. Vielmehr möchte ich mal ein Thema aufmachen, welches ganz am Rande fiel: Das interaktive Whiteboard (IWB).

Sicher wird es mir nicht gelingen, an dieser Stelle eine Lanze für das IWB zu brechen, aber vielleicht kann ich ja mit einigen Argumenten aufwarten. Die großen Vorteile, also Vorbereitung von interaktiven Materialien, elektronische Bereitstellung von Tafelbildern sowie die Einbindung des Internets und aktuellen, multimedialen Lehr-Lern-Medien, sind nicht exklusive Vorteile des IWB, denn sie können alle auch mit Tablets erreicht werden. Ich möchte nur einmal zwei Szenarien gegenüberstellen:

Fall 1: Kreidetafel + „IPad-Schulbücher“

Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten eine interaktive Aufgabe im elektronischen Schulbuch, machen vielleicht gerade eine virtuelle Reise durch die Entstehungszeit der EU und beantworten Fragen zu den Institutionen, die automatisch ins Netzwerk geladen werden und dem Lehrer und den anderen Schülerinnen und Schülern auf Ihren Geräten angezeigt werden. Wenn alle die Aufgabe fertig bearbeitet haben, wird verglichen.

Schöne Sache, denn

  1. Die Schülerinnen und Schüler sind motivierter durch die interaktive, grafisch aufbereitete Lernumgebung.
  2. Für alle sind die Lösungen der Mitschüler abrufbar (natürlich zeitlich freischaltbar, sonst wird abgeschrieben), alle haben die Texte der anderen vorliegen und es kann diskutiert werden.
  3. Die Aktualität ist gesichert, denn das (fiktive) Programm synchronisiert sich automatisch mit den neuesten politischen Entwicklungen auf europäischer Ebene.

Aber:

  1. Jeder Schüler/ jede Schülerin starrt auf das eigene Tablet, alle sitzen an Ihrem Platz
  2. Keine Dynamik im Klassenzimmer (je nach Szenario, ist dieses Argument sicher auch zu entkräften)

Fall 2: IWB + „IPad-Schulbücher“

Die Schülerinnen und Schüler haben alle ein IPad (oder anderes Tablet) und die entsprechende App für die IWB-Software dazu. Die Bearbeitung der Aufgaben erfolgt auf den Tablets, aber alle können auf die Anwendung am IWB zugreifen, es gibt eine gemeinsame Arbeitsfläche. Im Zentrum steht das gemeinsame Arbeitsgerät der  Schülerinnen und Schülerinnen und Schüler, das IWB. Mittels Abstimmungssoftware und anderen Eingabesystemen werden Informationen vom IPad  in Echtzeit ans Board gesandt und alle können direkt kommentieren und diskutieren und mit dem Programm interagieren. Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren über den visualisierten Sachverhalt, der an der Tafel sichtbar ist.

Ich möchte einmal versuchen die Situation mit Bildern zu visualisieren…

Hier arbeiten die beiden Mädchen an einem Gegenstand, die Klasse kann virtuell darauf via IPad zugreifen. Aber durch die zentrale Bearbeitung können sich alle auch physisch beteiligen.

Hier arbeiten die beiden Mädchen an einem Gegenstand, die Klasse kann virtuell darauf via IPad zugreifen. Aber durch die zentrale Bearbeitung können sich alle auch physisch beteiligen. [1]

iwb2

Hier arbeiten die Schülerinnen am Ipad – auch wenn die Lösungen der Klasse zugänglich gemacht werden, gemeinsames Arbeiten ist nicht möglich (zumindest nicht physisch – nur über virtuelle Systeme z.B. mit Avataren). [2]

Ich bin ganz sicher, dass man meine Pro-IWB-Argumente entkräften kann. Dennoch bin ich aber auch der Meinung, dass es Contra-IWB-Argumente gibt, die ich entkräften kann.

Vielleicht klappt es ja mit diesem Post mal eine rege Diskussion anzustoßen….

Liebe Grüße,
Andrea

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Über Andrea Gumpert

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