LLL-Kolleg in Wien

Am 14. und 15.03. fand in Wien das Doktorandenseminar des Life-Long-Learning-Kollegs statt. Obwohl mein Master-Abschluss noch gar nicht amtlich war, nahm ich die Chance wahr am Kolleg teilzunehmen und die anderen DissertantInnen kennenzulernen. Klaus gab mir grünes Licht und auch Prof. Baumgartner war informiert.

Nach einem gemütlichen, spannenden und informativen Plausch mit Klaus am Vormittag im Café machte ich mich im Schneetreiben auf zum IFF Wien. Die Vorträge insgesamt waren überraschend (erschreckend?) geisteswissenschaftlich, damit hatte ich nicht gerechnet. Bildungsforschung/Sozialforschung hatte ich erwartet, aber einige Vorträge waren mir doch etwas zu theoretisch. Manchmal fiel es mir doch schwer, das praktische Problem hinter den Forschungsfragen zu erkennen. Aber dennoch fand ich die Forschungsberichte ungemein interessant, weil in den meisten Vorträgen (und das fand ich super) die wissenschaftliche Praxis, die persönlichen Bezüge und der Weg zur Dissertation deutlich herausgehoben wurde. Da kann ein Doktoranden-Kücken wie ich noch viel lernen.

Ausgezahlt hat sich die Reise nach Wien vor allem (neben dem tollen Abend mit Klaus, Christan und Jaron), weil bei diesem Kolleg der Schwerpunkt auf der Exposéerstellung lag. Wir haben gemeinsam ausgearbeitet, was an Inhalten, Umfang und Struktur eines Exposés erwartet wird. Nun habe ich ein Jahr Zeit ein Exposé zu schreiben und dann wird ein Betreuungsvertrag zwischen Prof. Baumgartner und mir geschlossen. Der Vorteil ist, dass man innerhalb dieses Jahres bei den Kollegs Gelegenheit hat, ein Vor-Exposé zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Zu meinem Thema: Ich hatte bereits eine kurze Skizze meiner Gedanken und Fragestellung an Prof. Baumgartner geschickt – und blöderweise auch an das Forum Young Scientists. Darin legte ich dar, dass ich mich mit dem Selbstreflexionsverhalten von Lernenden in verschiedenen webbasierten Lernsettings beschäftigen möchte. Mit meinem E-Portfolio-Hintergrund von der MA-These erschien mir das spannend. Ich wollte untersuchen, wie sich die Lernstrategien und letztlich die Lernerfolge von Lernenden durch das Verfassen von Selbstreflexionen (Blog-Posts, Portfolio-Artefakte) verändert. Das wäre auf der einen Seite eine qualitative Studie (Inhaltsanalyse der Blog-Posts) und auf der anderen Seite eine quantitative Untersuchung der Lernstrategien geworden. (ich find das immer noch untersuchenswert!!)

Die Gespräche mit Prof. Baumgartner allerdings zeigten, dass ich mir zu viel vorgenommen hatte. Die Idee war dann sich auf MOOCs zu konzentrieren und die Metaebene dieser Formate zu untersuchen. Also die Rolle der Moderatoren zu beleuchten und zu schauen, warum diese die MOOCs anbieten und welche Erwartungen diese an die Teilnehmer und an den Kurs haben.

Nun stehe ich eigentlich weit vor dem Anfang. Ich habe eigentlich vor gehabt, meine Energie in die E-Portfolio-Implementierung an der TU Dresden zu stecken und zu untersuchen, ob E-Portfolios bei uns tatsächlich den Mehrwert bringen, der in der Literatur propagiert wird. Dafür wollte ich die Effekte von Selbstreflexionen untersuchen. MOOCs wären auch da ein Teil der Diss gewesen, denn meine Daten hätte ich aus den folgenden Projekten erheben können:

  • KoSEL –> Schülerinnen und Schüler
  • SOOC –> Erwachsene/Wissenschaftler/Netzgemeinschaft
  • Lehrerbildung an der TUD –> Studierende

Damit hätte ich auch den Aspekt des lebenslangen Lernens deutlich herausstellen können: Wie unterscheiden sich die Selbstreflexionen der verschiedenen Stationen einer Bildungsbiografie?

Nun muss ich mir selbst klar werden, was ich will, wie sehr mich die Meta-Ebene über den MOOCs interessiert und ob ich tatsächlich meine E-Portfolio-Leidenschaft über Bord werfen sollte.

Feedback/Erfahrungsberichte von erfahreneren Wissenschaftlern wäre super, denn ich bin gerade ein wenig im luftleeren Raum. (Bin ja aber auch erst ab 01.04. offiziell MA ;-))

 

 

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Über Andrea Gumpert

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