Es MOOCt in Sachsen – Gedanken zu (Massive) Open Online Courses (Teil 1)

In meinem letzten Artikel beschrieb ich – wenn auch eher unterschwellig meine Skepsis  gegenüber MOOCs. Fragte mich insgeheim: „Bin ich genug Rebell für die (c)MOOC-Community?“ Ist das ‚mein‘ Thema?

Das werde ich wohl nur herausfinden, wenn ich mich auch tiefgreifend damit beschäftige, was ja ohnehin notwendig ist, im Rahmen des SOOC.

Also fasse ich am besten mal meine Erkenntnisse des Tages zusammen.

Nochmal kurz zur Erläuterung: MOOCs (Massive Open Online Courses) sind Kurse, die im Netz für jeden ohne Zugangsbeschränkung und kostenfrei nutzbar sind. „Massive“ deshalb, weil diese Kurse in der Regel eine sehr hohe Teilnehmerzahl haben (zumindest zu Beginn…).

Da gibt es zum einen die xMOOCs, die Prof. Schulmeister in seinem Vortrag auf der Campus Innovation diskutiert. Dies sind Kurse, die von verschiedenen (zunächst vor allem amerikanischen, neuerdings auch der Münchner) Universitäten für alle zur Verfügung gestellt werden. Damit können auch Nicht-Eingeschriebene an den Lehrveranstaltungen partizipieren. Schnell entstanden auch Initiativen wie Coursera (verschiedene Universitäten beteiligt, verschiedene Disziplinen) und Udacity (ausschließlich Informatik), die einen stetig wachsenden Katalog von offenen Online-Kursen anbieten.

Zum anderen entstanden 2008 die cMOOCs, offene, an das Barcamp-Format angelehnte konnektivistische-MOOCs“, die von Downes und Siemens erstmals durchgeführt wurden. Diese sind offener gestaltet und stellen die Vernetzung der Studierenden stärker in den Vordergrund. Alle Materialien, die bereitgestellt oder von den Studierenden selbst (kollaborativ) erstellt werden, sollten frei im Netz zur Verfügung stehen und sind in der Regel auch zur Weiterverwendung freigegeben. Damit surfen die cMOOCs ganz klar auf der OER-Welle mit.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob die strikte Trennung zwischen cMOOCs und xMOOCs sinnvoll ist, geschweige denn noch eine dritte Kategorie wie die der bMOOCs (blended MOOCs) notwendig ist. Der demnächst startende SOOC ist ein Beispiel dafür, dass es sinnvoll sein kann, Elemente aus allen drei Kategorien zu nutzen und den Kurs so optimal an die situativen und personellen Bedingungen anzupassen.

Ergeben sich eventuell Unterschiede aus den Motiven der Veranstalterinnen und Veranstalter einen cMOOC bzw. einen xMOOC anzubieten?

George Siemens betont im folgenden Video, dass die Motive der Lehrenden und Lernenden einen MOOC zu veranstalten bzw. daran teilzunehmen vor allem darin liegen, selbst dazuzulernen, den eigenen Horizont zu erweitern, das eigene Wissen der Welt zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig vom Wissen anderer zu profitieren.

Auch die Teilnahme an xMOOCs fördert Vernetzung von Wissen und Kommunikation und Kollaboration zwischen Menschen weltweit. Allerdings geht es für die Lehrenden weniger um die Erweiterung des eigenen Wissens, als mehr um die eigene Reputation, um Werbung für die Universität und um die Generierung von Daten als Grundlage für die bildungswissenschaftliche Forschung (Stichwort: Learning Analytics, Lernstrategien).

Daphne Koller von Coursera führt Potentiale von xMOOCs aus, weshalb ich folgendes Video empfehlen würde:

Drei Aspekte haben mich besonders beeindruckt:

  • Sadler und Good (Paper) forschten zu Peer-/Selfassessment und stellen fest, dass die Einschätzungen von Lehrenden, Kommiliton/-innen und einem selbst kaum auseinandergehen.
  • Fragen, die während des Kurses aufkamen, wurden im Schnitt innerhalb von 22 min von einem anderen Teilnehmer beantwortet – eine Situation, die in klassischen Settings mit wöchentlichen Lehrveranstaltungen nicht möglich ist.
  • Durch die große Anzahl an generierten Daten können didaktische und pädagogische Probleme gelöst werden: Wenn 2000 Personen von 10000 die gleiche falsche Antwort geben, sind offenbar Fehlkonzepte entstanden, denen durch eine Anpassung der Inhalte, Medien und Methoden vorgebeugt werden kann. Bei einer Zahl 2000 Studierenden sind die Fehlkonzepte offensichtlicher als bei 2 von 100 Studierenden.

Also jetzt habe ich zwar ein Bild von MOOCs und den Unterschieden zwischen x und cMOOCs und verstehe aber immer noch nicht die „Konflikte“ zwischen beiden, die sich doch hin und wieder aus den Blogs einschlägiger MOOC-Spezialisten herauslesen lassen…

Ich habe noch viele weitere Gedanken zu dem Thema, die ich in weiteren Posts strukturieren und darlegen werde. Für heute reicht dies erst mal als Startschuss in die MOOC-Debatte.

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Über Andrea Gumpert

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