#jfmh13 – Der Pfad der Dissertation ist ziemlich schwer zu finden…

…aber in Potsdam konnte ich einige Richtungspfeile entdecken!

Am Freitag und Samstag fand in Potsdam das Junge Forum für Medien und Hochschulentwicklung statt, auf dem ich einen Vortrag zum Thema „Selbstreflexion in webbasierten Lernprozessen“ halten durfte. Dieses Thema soll die Richtung meiner geplanten Dissertation bei Prof. Dr. Baumgartner aufzeigen und meine ersten Gedanken sowie das geplante Vorgehen widerspiegeln.

Zwischen dem eingereichten Abstract und dem endgültigen Vortrag lag eine große Entwicklung – nicht immer positiv gerichtet. Die Ausrichtung der Arbeit änderte sich wöchentlich, die Ansätze zur Generierung einer Forschungsfrage ebenso. Die näher rückende Veranstaltung zwang mich zumindest, meine Gedanken etwas zu strukturieren und zu eruieren, wo jetzt tatsächlich mein Problem liegt, welches ich lösen möchte.

Also ging ich die Konzeption des Vortrags erstmal von der praktischen Seite aus an: Ich frage mich, bei der Erstellung von E-Portfolio-Aufgaben/Aufträgen immer wieder, wie ich die Balance zwischen „Lernwegsteuerung“ und „Konstruktivismus“ hinbekomme. Also ich möchte auf der einen Seite, dass der Lernende weiß, was wir erwarten, damit er sich nicht im „luftleeren Raum“ fühlt und auf der anderen Seite, dass er sich selbst reflektiert und das frei von Vorgaben. Ich möchte also eine optimale, tiefgründige Selbstreflexion provozieren. Leider kann man das schwierig extrinsisch motivieren.

So da war zumindest schon mal das Problem da. Der Kontext, in dem das Problem für mich auftritt, ist (leider?) sehr breit gefächert: SchülerInnen (KoSEL), Studierende (TUDfolio) und „informell Lernende“ (SOOC).

Nun benötige ich noch Modelle und Theorien – was sich wirklich als schwierig herausstellte, etwas passendes zu finden – nun fühlte ich mich im luftleeren Raum, irgendwo zwischen Selbstreflexion, E-Portfolio, Assessmentforschung, … Aber was ist nun passend? An welcher Stelle kann ich weitersuchen? Ich entschloss mich, erstmal ein Modell herauszugreifen und auszuprobieren, ob man das auf das Problem projizieren kann. Mit dem Boud-Modell (1985) hat das halbwegs funktioniert – zumindest konnte ich dem Plenum anhand des Modells das Problem darstellen.

Ich entschied mich, Methoden weitgehend herauszulassen. Eine Inhaltsanalyse der Lerntagebücher liegt nahe, kann man also mal mit erwähnen, weiterführende Ideen in Richtung dokumentarische Methode, objektive Hermeneutik behalte ich lieber für mich (;-)), denn ohne echte Forschungsfrage brauche ich tatsächlich keine Methode – erst Recht keine, von der ich bisher nur eine wage Ahnung habe, wie sie funktioniert.

So klickerte ich eben die Präsentation zusammen (nebenher noch bisschen Sandsackschaufeln bzw. Hochwasserstände verfolgen und Hilfe anbieten) – mit dem blöden Gefühl: Das was du da erzählst ist alles noch nicht so richtig ausgereift…

Hier das Produkt:

Auf der Tagung dann fiel die Unsicherheit von mir ab, denn Format und Stimmung waren so offen und freundlich, dass man sicher wusste: Man wird hier nicht auseinander genommen, man kann nur lernen. So war es auch: Meine Chairs in der Session waren Karl Heinz Gerholz und Anna-Maria Kamin, was sich als echtes Glück herausstellte. Herrn Gerholz kannte ich nicht, stellte aber schon bei der Warm-Up-Session am Vormittag (im Rahmen der Keynote) fest, dass er ziemlich schlau und vor allem methodisch ziemlich gut drauf ist. Man konnte zu beiden Moderatoren sofort Vertrauen gewinnen – es hat einfach Spaß gemacht, die vielen tollen Hinweise innerhalb und außerhalb der Session zu Diskutieren, Aufzugreifen, zu Durchdenken. Auch menschlich – also auf der Ebene einer unsicheren, jungen Doktorandin mit 100000 Fragen im Kopf – waren alle offen und auskunftsfreudig.

Ich konnte viel konkreter für mich klären, auf welcher Ebene ich arbeiten möchte. Richtig verbalisieren kann ich es noch nicht, aber die ersten Notizen sagen schon mal einiges:

Mir wurde vor allem auch klar, was ich mir wünschen würde, was mir helfen würde:

  • eine/n AnsprechpartnerIn, Mentor
  • mehr Zeit für das Literaturstudium  (Theorien und Methoden)
  • regelmäßiges offenes, ehrliches Feedback (also am besten jedes Quartal ein JFMH)
  • Zugang zu angrenzenden Doktorarbeiten (das ist sicher am einfachsten umzusetzen)

Einiges davon lässt sich leicht umsetzen, anderes wird wohl schwieriger, aber vielleicht bin ich bis zur #JFMH14 in einigen Punkten schon weitergekommen.

Aus der gesamten Veranstaltung nehme ich so viel mit, auf fachlicher und menschlicher Ebene. Ich kann mich nur bei den Veranstaltern und Organisatoren bedanken und hoffe, dass wir uns vielleicht nächstes Jahr alle in einer wunderschönen Stadt wiedersehen.

SAMSUNG

Am Ende des Forums saßen die Teilnehmenden noch einmal zusammen und reflektierten über die Veranstaltung und Perspektiven für die JFMH14 (im Hintergrund sitzen noch einige Personen mehr)

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Über Andrea Gumpert

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Eine Antwort zu #jfmh13 – Der Pfad der Dissertation ist ziemlich schwer zu finden…

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