E-Portfolios in der Hochschule – ein Rundumschlag

Heute habe ich versucht unter dem Titel: „E-Portfolios in der Hochschule – Alter Wein in neuen Schläuchen“ das Thema E-Portfolio für alle ansprechend zu vermitteln. Ich wollte niemanden langweilen, niemanden überfordern, Interesse wecken und realistisch die Bedingungen und Hintergründe wiederspiegeln. Was kam heraus: Ein recht unordentlicher, aber individuell sortierbarer Schreibtisch mit Inhalten, Informationen und Hinweisen.

Ein Rundumschlag über Lerntheorien, didaktische Potenziale, technische Grenzen und Best Practises an Hochschulen. Ganz sicher habe ich sehr viele enttäuscht, die sich zu dem ein oder anderen Aspekt mehr erwartet haben – vielleicht konnte ich aber auch das Interesse derjenigen wecken, die bisher noch wenig Erfahrungen mit der Methode haben.

Die Fragen am Ende zielten auf sehr konkrete Punkte ab, einige davon möchte ich hier im Blog noch einmal festhalten:

  • Gibt es Templates für E-Portfolioaufgaben?
  • Wie kann ich Reflektieren unterstützen?
  • Welche E-Portfoliosysteme gibt es und welche sind empfehlenswert?

Die erste Frage muss oder darf ich verneinen, denn es gibt keine Templates – Gott sei dank! Jeder Kontext ist anders und jede Fachkultur unterscheidet sich von anderen. Die Ziele sind sehr unterschiedlich und die E-Portfolio-Typen erfordern sehr unterschiedliche didaktische Ansätze. Bloß gut gibt es also keine Templates, die jede E-Portfolio-Arbeit in ein Korsett zwängen würde und die Gefahr birgt, eine Standardisierung statt individuellen Lernens zu bewirken. Ich kann den Wunsch nach so einer Hilfestellung aber natürlich nachvollziehen und kann hier nur empfehlen, Lehrveranstaltungen didaktisch gut vorzubereiten und zu begleiten, Tutoren einzusetzen, die Rückmeldungen geben und technische Probleme lösen und Beratungsangebote erfahrener E-Portfolio-Aktuere in Anspruch zu nehmen.

Die zweite Frage zielt auf die Unterstützung von Reflexionen. Leider gibt es auch hier kein echtes Patentrezept für lernfördernde, tiefgreifende und bewusste Reflexionen. Dennoch kann man als Lehrender im Sinne eines Lernbegleiters Unterstützungen anbieten. Wichtig ist – das lehrt uns die Erfahrung aus dem SOOC – immer präsent zu sein und dem Lernenden stetig Rückmeldungen zu geben. Eine Rückmeldung auf einen Blogpost kann sehr motivierend sein, da man das Gefühl bekommt, wahrgenommen zu werden. Außerdem kann in der Rückmeldung auch noch mal ein Anstoß für tiefere Reflexionen gegeben werden. Hinweise auf angrenzende Aspekte, andere Blogposts oder ergänzende Literatur lassen dem Lernenden seinen eigenen Lernprozess stärker bewusst werden.

Die dritte Frage richtet sich auf die technischen Hintergründe: die Software. Welche Softwaresysteme gibt es und wie empfehlenswert sind diese? Hier muss ganz klar gesagt werden, dass die Wahl des Systems wiederum sehr stark vom Kontext und der Problemstellung abhängt. Lebenslanges Lernen mit E-Portfolios wird nicht auf Plattformen stattfinden, die an Institutionen gebunden sind (Lernplattformen, gehostete Plattformen der Institution) – für selbstreguliertes Reflektieren in diesem Sinne eignen sich Bloggingsysteme wie WordPress sehr gut. Seminarportfolios können daher sehr praktisch in Lernmanagementsystemen geführt werden, da die Anbindung an der Kurs viele Abläufe erleichtert (Arbeit in Wikis, Kommunikation in Lerngruppen, usw.).

Einen großen Überblick über E-Portfolio-Systeme geben Prof. Baumgartner und Klaus Himpsl-Gutermann: Downloadlink

Eine kleine Software-Evaluation habe ich in meiner Masterarbeit auch gemacht, in dem ich das LMS OPAL mit dem E-Portfoliosystem Mahara verglichen habe. Methodisch orientiere ich mich da sehr stark an Baumgartner/Himpsl-Gutermann.

Mahara scheint eine sehr geeignete Plattform zu sein, die auch in verschiedensten Kontexten verwendbar ist. Ein Beispielportfolio von mir gibt’s hier.

So weit erstmal die dringensten Anliegen aus dem Webinar. Ich selbst habe aber auch noch ein Anliegen: Ich würde gern die Fragen, die ich zum Ende aufgeworfen habe, noch einmal stärker in den Fokus rücken und über diesen Blog ein Meinungsbild abfragen. Daher an alle, auch wenn Sie/Ihr nicht am Webinar teilgenommen habt: Bitte mal schnell reinklicken!

Soweit erst einmal von TUDfolio. Demnächst startet wieder die Vorbereitung für den SOOC13/14 (schon mal vormerken!) und übernächste Woche geht’s dann zur GMW und zum EduCamp-meets-GMW, dessen Vorbereitungen auf Hochtouren laufen.

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Über Andrea Gumpert

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