Der #SOOC1314 und die Bunten Hunde

Auch in diesem SOOC-Durchlauf möchte ich wieder ein kleines Zwischenfazit ziehen und kurz reflektieren:

Was macht der SOOC mit mir?

Auch im letzten Durchlauf musste ich mir mal von der Seele schreiben, was der SOOC mit mir macht. Damals (gefühlte Jahrzehnte sind seit dem vergangen) ging es auch um Tiere – nicht um Hunde, sondern um Pferde. Hier nachzulesen.

Gerade eben hatte ich ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis, was doch ein bisschen Gänsehaut hervorgerufen hat. Irgendwie war das Ganze auch ein bisschen beängstigend, aber ob ich das wirklich negativ finde, weiß ich noch nicht, glaube ich nicht.

Also, heute ist Samstag, ein Samstag wie jeder andere: Einkaufen, Fitnesstudio, anschließend in die Stadt zum Nikolausgeschenke einkaufen, usw. Ich gehe also ungeschminkt, in Gedanken versunken und das Abendessen durchkalkulierend ins Kaufland. Lade meinen Korb voll und stelle mich an die Kasse an (btw: Gibt es eine plausible Erklärung, warum am Samstag 80 % der Einkaufenden Rentner sind??) und lade ebenso gedankenversunken das Eingekaufte in meinen Korb, als mich die Kassiererin anspricht:

„Hey Du bist doch eine SOOC-Mitarbeiterin“

Schlagartig erwache ich aus meinen Tagträumen und reagiere verwirrt, verlegen. Hier kam mir auch die Assoziation mit den bunten Hunden.

Während des Bezahlens plauschen wir kurz, tauschen uns über das Thema „ist das was für mich, ich bin noch unsicher“ aus und dann verabschiede ich mich. Herzklopfend und doch irgendwie wieder tagträumend – nur wacher – verlasse ich das Kaufland.

Ich habe mir das Szenario nun von der Seele geschrieben, habe drüber nachgedacht und finde es einsame spitze! Mich hat diese „Präsenzsituation“ viel mehr bewegt, als das via twitter oder facebook der Fall gewesen wäre (wenn mich jemand anschreibt oder anchattet) und das zeigt mir, wie wichtig persönliche Kontakte und Emotionen im face-to-face Austausch mit Personen sind.

Einmal mehr hat mir der SOOC gezeigt, wie sehr digitale Medien verbinden und wie wichtig dann doch die persönliche Begegnung ist. Das passiert offenbar nicht nur auf Tagungen, wie zuletzt auf der GML13, auf denen man Personen persönlich kennenlernt, die man eigentlich schon in und auswendig aus den sozialen Netzwerken kennt, sondern auch am Samstag beim einkaufen. Und gelernt habe ich auch eines: Nächsten Samstag werde ich geschminkt einkaufen gehen 😉

 

 

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Über Andrea Gumpert

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7 Antworten zu Der #SOOC1314 und die Bunten Hunde

  1. lzauner schreibt:

    Das ist unglaublich! Wir scheinen echt bekannter zu sein als ich jemals vermutet hätte! 🙂

  2. ejuba schreibt:

    Das ist es vermutlich auch, was viele bei MOOCs vermissen würden, sollte so etwas die Universitäten mal ersetzten. Dieser ganz körperliche Austausch. Ich glaube das Phänomen kennen alle die sich z.b. übers Netz kennen lernen und dann im analogen Leben treffen. Ich habe meine beste Freundin online kennen gelernt und mochte sie nach dem ersten Treffen gleich viel lieber. Man ist eben doch jemand anderes online als offline.
    Aber hey, auch ohne Schminke bist du nicht hässlich, also mach dir mal nicht so den Kopf deswegen ;D

  3. Anja Lorenz schreibt:

    Willst Du ungeschminkt gehen, weil Dich dann keiner erkennt? 😄

    Ist aber eine tolle Story. Und ich kenne das ja sehr gut, hat man beim HDS.Forum wieder gemerkt. „Weißt Du, wie die Claudia aussieht? Die soll doch auch hier sein, die kenn ich nur per Twitter…“ – „Ja, die steht die ganze Zeit neben uns.“ m(

    • Andrea Lißner schreibt:

      Gleiches Gefühl hatte ich auch vorgestern wieder bei @jowede (oder bürgerlich: Joachim Wedekind), obwohl man sich noch nie gesehen hatte, war man trotzdem irgendwie einander bekannt.

      • Anja Lorenz schreibt:

        Aber ich finde das eher positiv: man ist nicht mehr davon abhängig, ob in der näheren Umgebung gerade Experten sind, die man mal schnell fragen kann. Man fragt einfach den aus Frankfurt/Tübingen/Heidelberg/Hamburg/Berlin/Graz/… und der Aufwand ist nicht wesentlich größer. Umso einfacher ist es dann, wenn man sich mal persönlich sieht – wenn auch immer etwas seltsam. Und vor allem dann, wenn man das Gesicht nicht zuordnen kann…

      • Andrea Lißner schreibt:

        Ich finde es auch irgendwie ein schönes Gefühl, dass man denjenigen schon irgendwie einordnen kann und eine gewisse Vertrautheit herrscht. Zur Gesichtsfrage: Dann vielleicht nicht nur Klarnamen, sondern auch erkennbare Fotos? (Achtung: Provokation)
        … Aber für die Kontexte und Zwecke der digitalen Wissenschaft ist das vielleicht ein gar nicht zu verachtender Gedanke…

  4. flori81 schreibt:

    Damit, persönlichen Kontakt im Vergleich mit Kontakt online höher zu schätzen, seid ihr nicht alleine. 2010 waren es lt. Allensbach Dreiviertel der insgesamt Befragten, die meinten, man könne sich nur im direkten Kontakt gut austauschen. Dabei wurde dem Online-Kontakt vor allem von jungen Menschen (14-17 J.), die sich gewohnheitsmäßig häufig über das Internet austauschten (und zudem Augenkontakt im Austausch eine geringere Rolle zumaßen), zugesprochen, dass er einen guten Austausch grundsätzlich ermögliche. Unabhängig vom Alter hielten aber nur 14% der Befragten Internet-Kontakte für genauso intensiv, emotional und persönlich wie persönliche Kontakte. (Dieser Meinung ist auch etwas mehr als die Hälfte der jungen Befragten.)

    http://www.ifd-allensbach.de/uploads/tx_studies/7490_Gespraechskultur.pdf

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