nachträglich verbloggt: Tagungsmarathon zum Jahresende Teil 2 – Online Educa Berlin

Zwischen dem 04. und 06.12.13 fand in Berlin die Online Educa statt, eine der (angeblich die größte, allerdings empfand ich 2012 die BETT auch als ziemlich groß) größten Bildungstechnologiemessen der Welt. Das Medienzentrum hat dort schon seit einigen Jahren einen Messestand, wo die Projekte und Dienstleistungen der einzelnen Abteilungen präsentiert und aktuelle Forschung diskutiert werden kann. Ich wurde in diesem Jahr mit der Aufgabe betraut, die Gestaltung des Standes und den Ablauf auf der OEB13 zu organisieren. Da unser kleines Vehikel zum Transport von Präsentationsmaterial absolut nicht geeignet ist, habe ich ein Auto geliehen und mit Postern, Roll-ups, Flyern und allerlei Give-Aways beladen. Der Stand war dank Marlen und Christian schnell aufgebaut und ansprechend gestaltet. Einen exklusiven Platz bekam natürlich unser SOOC-Poster, in das die liebe Anja so viel Energie gesteckt hat (Anja bloggt hier davon).

Hier die deutsche Version:

Die Betreuung des Standes war an sich sehr spannend, denn immer wieder kamen Interessierte anderer Unis oder Bildungsinstitutionen und erkundigten sich nach unseren Angeboten. Zum Teil war das Ganze aber auch ziemlich kommerziell, denn oft baten Vertreter von Firmen uns ihre Technologien an. Angebunden an die Messe war eine Tagung, auf der das dominierende Thema natürlich wieder die MOOCs waren. Ich besuchte verschiedene Workshops, insbesondere auch welche mit dem Fokus auf Organisationsentwicklung und der Bedeutung von MOOCs für die Hochschule und Bildung im Allgemeinen. Viel Neues wurde allerdings nicht zu Tage befördert. Besonders interessant waren die internationalen Perspektiven auf das Thema.
Auditorium mit Plätzen für hunderte Personen

Auditorium mit Plätzen für hunderte Personen

Sehr beeindruckend war für mich der cMOOC-Workshop von Inge de Waard, die den mobiMOOC veranstaltet hat.
Ihre Präsentation ist auf Slideshare verfügbar:

Besonders der Satz „MOOCs are money eaters“ regte zur Diskussion an. Geschäftsmodelle sind nach wie vor das Streit- und Reizthema. Besonders die „Hardcore-Konnektivisten“ unter den cMOOC-Machern (mit Absicht provokativ; ich hoffe, es fühlt sich niemand auf den Schlips getreten) schauen sehr kritisch auf die Entwicklungen in der xMOOC-Szene, wo immer stärker auf Vermarktung und Kommerzialisierung Wert gelegt wird. Dass sich diese Kurse nicht ewig aus Fördergeldern finanzieren lassen und auch trotz der anhaltenden Nachhaltigkeitsdiskussion nicht ohne Betreuung ihren Qualitätsanspruch erfüllen können, ist klar. Aber was ist die Lösung? Die Openness in den Wind schießen? SPOCs (Small private online Courses) draus machen? Eine verallgemeinerbare Lösung, die sich auf alle MOOC-Konzepte anwenden lässt und dabei die Openness nicht in Gefahr bringt, gibt es nicht. (Ich habe erst „(noch) nicht“ geschrieben und habe das „noch“ dann gelöscht, denn ich glaube einfach nicht, dass es eine Lösung geben kann). (Dazu noch spannend und auch zu MOOCs allgemein sehr informativ: Robes, J. (2013) „Universitäten verschenken ihr Wissen“)

Zurück zum Workshop: Es war sehr spannend in der Arbeitsgruppe zu diskutieren, denn ich durfte mich mit einem Mosambikaner, einem Dubaier und einem Briten über MOOCs austauschen und stellte fest, dass das Verständnis von MOOCs und die Themen, die einem im Zusammenhang mit dieser Thematik auf der Seele brennen, sehr stark mit den eigenen Interessen und Zielen variiert. Während man in Mosambik wohl stärker an dem Aspekt der Bildung für möglichst viele Menschen interessiert ist, stehen in Dubai eher die Qualitätsaspekte als die Massivität und Zugänglichkeit im Vordergrund. Es zeigte sich auch im Workshop, dass die xMOOC-Macher die Diskussion dominieren und das trotz des wunderbaren Einsatzes von Inge De Waard, die didaktischen Aspekte von cMOOCs in den Hintergrund rückten.

Sicher ist diese Diskussion auf einer doch recht von kommerziellen Interessen dominierten Tagung eine andere als auf einer E-Learning-Fachtagung, dennoch denke ich, dass wirtschaftliche Aspekte uns in Zukunft stärker bewegen (müssen) als uns lieb ist.

Letztlich geht es uns aktuell mit dem SOOC ähnlich. Nachdem die einjährige Finanzierung durch das Hochschuldidaktische Zentrum ausläuft, wird es keine organisierte Nachnutzung der Kurse und Kursinfrastruktur mehr geben. Die Folge: Wir müssen uns (wieder) mit institutionellen Fragen, Aspekten der Organisationsentwicklung und wirtschaftlichen Möglichkeiten und Grenzen auseinandersetzen, um auch weiterhin mit dem SOOC den Gedanken des Konnektivismus erkennen, evaluieren und verbreiten zu können.

So, ich bin ein wenig vom Thema abgewichen, aber manche Dinge fallen einem halt beim Schreiben und Reflektieren ein 😉

Gemeinsam mit Orkan Xaver verließen wir also am Sonntag wieder die Hauptstadt und verabschiedeten uns von Anja – für die nächsten vier Tage, denn kommende Woche geht’s nach Frankfurt zum MOOC-Camp!

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Über Andrea Gumpert

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